Christoph Hildebrand
Essen
© Thomas Heuting
Begründung der Jury
Der Essener Künstler Christoph Hildebrand gewinnt kunsthistorischen Kategorien wie Lichtkunst und den aus der heroischen Frühmoderne generierten Piktogrammen neue Optionen der Gegenwartskunst ab. Die Jury überzeugte sein auf den jeweiligen, auch internationalen, Kontext abgestimmter, absoluter Kommunikationswillen. Wobei die Kommunikation in blinkender Dauerschleife nicht selten schlicht um der Kommunikation Willen stattzufinden scheint. Zeichen und Dinge werden in den schwebenden Welten Christoph Hildebrands, der als Projektvorhaben eine Art digitalsemantisches Treibhaus in abgehobener Positionierung plant, zu im wahrsten Sinne des Wortes gleich-gültigen Optionen.
Ob glühbirnenbewehrte Großbuchstaben mit deutlicher Botschaft SCHMUSEN oder vielsprachige Ansprache über Grußworte mitten im Stadtverkehr – Hildebrands Arbeiten im urbanen Raum tangieren stets auch die Macht von Reklame und Propaganda. Umso stärker kommt dies zum Tragen, als er sich oftmals der beliebten Icons des Digitalzeitalters, dieser weltumspannenden Kommunikationsmacht bedient, wobei er allerdings nicht offenlegt, in welchem Verhältnis er selbst zur Macht stehen mag.
Vita
1959 / geboren in Emmendingen
1977 / Studium Mathematik und Physik, Universität Freiburg
1980 - 1985 / Hochschule für angewandte Kunst, Wien (A)
1985 - 1988 / Hochschule der Künste, Berlin
Stipendien
1989 / Arbeitsstipendium, Wehrle-Werk-Stiftung
1991 / Stipendium DAAD, Melbourne (AU)
1992 / Visiting Artist, College of Fine Arts, Sydney (AU)
Urban Space
2025 / TRACKS, Projekt für die 750-Jahr-Feier, Amsterdam (NL)
2023 / FLAKES, Kindergarten, Karlsruhe
2021 / BREAK, Viscardi-Gymnasium, Fürstenfeldbruck
2014 / WOHIN, KunstLichtTore, Bochum
2013 / ENG&WEIT, Museum für Information und Kunst, Ludwigsburg
2010 / TIME, Baldeneysee, Essen
2004 / BASICS, Universität Freiburg
2003 / ARCHE, Lippepark, Lippstadt
2002 / HEIMAT, Rathaus Emmendingen
Interventionen
2021 / ME!, Kunstmuseum, Celle
2019 / CLOUDS, Art DUS, Düsseldorf
2017 / FLOOD, Tschumi Pavilion, Groningen (NL)
2014 / KREUZ, Stadtkirche St. Marien, Celle
2014 / SCHMUSEN, Betonsalon, Essen
2011 / GIGANT, Tschumi Pavilion, Groningen (NL)
2009 / ICONHOUSE, German Esplanade, China (CN)
2007 / LIGHTHOUSE, Flusslicht, Hamburg
2004 / WORDS, European Media Art Festival, Osnabrück
2000 / MATRIX, Kiasma Museum of Contemporary Art, Helsinki (FI)
Ausstellungen
in Deutschland, Österreich, Niederlande, Belgien, Lettland, Italien, Finnland, Kroatien, Russland, Australien, China
VORTEX, 2008
© Christoph Hildebrand
TIME, 2010
© Christoph Hildebrand
GIGANT, 2011
© Christoph Hildebrand
CLOUDS, 2019
© Volker Wagenitz